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Emil und die Austern

Der 12 km lange Lim Fjord (Limski Kanal) ist eine der wichtigeren Sehenswürdigkeiten in Istrien. Der Name der langen und tiefen Bucht führt auf das römische Zeitalter zurück, als hier der Limes die Regionen Poreč und Pula trennte.

Das gesamte Gebiet rund um Lim Fjord, wo in den Sechzigern des letzten Jahrhunderts Winnetou und Wikinger Filme gedreht worden sind, wurde zum Naturschutzgebiet erklärt, was für die Flora und Fauna von großer Bedeutung ist. Aufgrund des hohen Sauerstoff-, des geringen Salzgehaltes und durch das Zusammenwirken von Süß- und Salzwasser das den Lim Fjord auszeichnet, gedeihen sowohl  Muscheln, als auch Fische, die größten Konkurrenten des hier ansässigen Muschelzüchters Emil Sošić, denn die Hälfte seines Fangs verliert er an Goldbrassen, die ebenso Muschelliebhaber sind.

Der Muschelzüchter Emil ist die Lim Fjord-Geheimadresse und der Besuch seiner Muschelhütte ist ein Muss für jeden Feinschmecker. Die Austern und auch die Miesmuscheln, die er züchtet sind sehr fleischig und geschmackvoll, international begehrt und kosten dementsprechend.

Emil hat Ökonomie studiert, und dann jahrelang im Tourismus gearbeitet, bis er sich letztendlich seiner Liebe, der Austern-Zucht gewidmet hat. Anfangs mit wenig Eigenkapital, dann Stück für Stück selbst aufgebaut und sich das entsprechende Knowhow angeeignet. Er hat viele Prozesse verbessert und ist heute stolz darauf, seine Mitarbeiter nicht nur in der Saison, sondern das ganze Jahr hindurch zu beschäftigen. Diese beginnt im Mai und endet je nach Wetterlage im August.

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Das Gebiet um den Lim Fjord ist seit mehr als einem halben Jahrhundert zum Naturschutzgebiet erklärt, was den Muscheln die besten Bedingungen bietet.

In Emils Körben, die mit den zu züchtenden Austern im Meereswasser hängen, liegen gerade so viele Austern, dass sie gleichmäßig viel Plankton aufnehmen und schön wachsen können. Auch verzichtet er darauf, die Körbe übereinander zu stellen, was viel teurer ist, aber die Qualität ist seine Maxime.

Das Aroma ist köstlich, nicht zu stark Jodhaltig, sondern vielmehr fein ausbalanciert, die Konsistenz cremig. Doch nicht nur in Körben werden die Meerestiere gezogen, denn auch die traditionelle Leinenkultivierung wird bei Emil noch betrieben. Diese Austern sind von der Qualität noch viel feiner als jene in den Austernkörben, denn durch die Leine bekommt jede einzelne Auster gleich viel Plankton und wächst somit schneller und gleichmäßiger – bildet daher auch mehr Fleisch. Der Nachteil, so sagt Emil, ist die hohe Verlustrate, die bei fast 50 % liegt. Letztlich ist dieser Faktor auch für den höheren Preis ausschlaggebend, den der Endverbraucher für die faszinierende Qualität tragen muss.

Austern zu züchten ist vom Prozess her nicht besonders anspruchsvoll, erfordert aber Erfahrung und ein waches Auge.

So werden im November die jungen Austern in Rauten Käfige gesetzt und ins Wasser gerbracht. Besonders wichtig ist die regelmäßige Reinigung der Austern, die alle 4 Monate vorgenommen wird. Nicht nur die Käfige werden so von Verkrustungen befreit, sondern auch die Austern selbst, zum einen um die toten Muscheln auszusortieren, zum anderen, um allen Austern in einem Käfig die gleichen Wachstumschancen zu gewähren.

Die Austern, welche außen liegen, erhalten mehr Plankton als die im Inneren. Neu sortiert und gereinigt kommen sie wieder zum Wachsen ins Wasser. Pro Meter wird eine Kiste an die Leine genommen. In der Kiste liegen 8-10 Kilogramm Austern: Dreijährige bis 15 Stück, zweijährige bis ca. 25-30 Stück. Die Austernzucht ist keinesfalls ein schnelles Geschäft, denn die leckeren Tierchen benötigen 3 Jahre bis sie in den Verkauf gelangen können.

Emils Austernfarm empfängt gerne Besucher, am besten aber ruft man vorher kurz an. Für Urlauber und Genusstouristen, die gern Austern essen ist Emils Austernfarm ein wirklicher Geheimtipp in Istrien, denn frischer können Austern nicht sein – Direkt aus dem Fjord in den Mund, nur mit etwas Zitrone verfeinert: Ein unvergleichlicher Genuss.